Klemmis lange Sommerferien

Klemmi on Tour

Ich habe den Ruf gehört. Das Sabatjahr flüstert laut und immer lauter: "Mach mich! Los mach mich doch! Was hält dich noch davon ab?" Aus: Reisefieber von Julia Finkernagel

 

Seit 2019 bin ich in den Sommerferien mit meinem Bulli Qupi unterwegs (außer letztes Jahr auf meiner Deutschlandtour mit dem Rad). Oft zieht es mich in den Norden. Ganz gleich ob Baltikum, Dänemark, Schottland, Island, Finnland, Schweden oder Norwegen - Hauptsache ich verreise mit Winterjacke :)

Die Sommerferien schienen oft immer zu kurz...

Nun freue ich mich auf ein halbes Jahr Auszeit!

Von Mitte Juli bis Ende Oktober möchte ich das Baltikum und Skandinavien entdecken. 110 Tage unterwegs!

Begleite mich doch ein Stück auf meiner Reise...

Wer Rechtschreibfehler findet, der darf sich freuen. Wiederholungen von Erlebnissen des Blogs und der Fotogalerie sind ausdrücklich gewollt 😉

Bereit für neue Abenteuer?

Ein kleines Update gefällig? Schau mal, was Klemmi erlebt und wo sich Klemmi gerade so rumtreibt.

 

 

Litauen - 15./16.07.

Morgens kreuzen auf dem Weg zur Kurischen Nehrung 2 FĂŒchse die Fahrbahn. Bin ich schon in der Wildnis? Die Sonne brennt, es sind 30 Grad und ich dachte, dass ich mich ĂŒberall eingecremt hĂ€tte (wie kann man sich einen Sonnenbrand auf den FĂŒĂŸen holen - das Foto erspare ich euch!).

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Lettland 17.-21.07.

Lettland begrĂŒĂŸt mich, wie auch alle anderen Reisenden mit einer Kontrolle. Pass vorzeigen, nein, es gibt eine Atemalkoholkontrolle. Na das lĂ€sst ja tief blicken. Bestes Wetter wie auch auf der Kurischen Nehrung, wie verrĂŒckt ist es am Strand entlangzuwandern? Egal, einfach machen. Scheinbar ziehe ich kuriose Orte an, auf einmal stehe ich vor einem Kaffeeautomaten direkt in der Natur bzw. stehe am westlichsten Punkt Lettlands. Danach geht es durch den Kiefernwald, ich wundere mich irgendwann ĂŒber die scheinbaren UmweltsĂŒnder. Wer lĂ€sst hier seine PlastiktĂŒten liegen?! Falsch gedacht, die BlaubeerpflĂŒcker sind fleißig unterwegs und verkaufen wenig spĂ€ter ihre Beute. Auf meinem idyllischen Campingplatz im Kiefernwald und wenige Meter vom Strand entfernt machen die MĂŒcken dann Jagd auf mich


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Estland 21.-26.07.

Ich fahre durch einsames, fast verlassenes Waldgebiet und merke gar nicht, dass ich die Grenze ĂŒberquert habe. Es gibt keinerlei Kontrollen und das Schild habe ich scheinbar ĂŒbersehen oder es gibt einfach keins. Ich reise nachmittags ein und campe unmittelbar an einem Storchennest Turm, einen Steinwurf entfernt liegen viele Seen und morgen besteige ich den höchsten Berg (diese Macke kennen ja einige von euch, in Deutschland fehlen nur noch Brandenburg, Baden-WĂŒrttemberg und Bayern). Hier muss ich aber nicht hoch kraxeln (317 m). Auf meinem Campingplatz stehen Leute aus MK (MĂ€rkischer Kreis, meine Heimat) und der Mann ist sogar in Iserlohn aufgewachsen, Sachen gibt’s.

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Tallinn 24.-26.07.

Bei schönstem Sonnenschein geht es am 24.07. in die Hauptstadt Estlands, heute werden es mal wieder 20 Grad. Mein Ziel ist zunÀchst der Campingplatz im Yachthafen, hier habe ich einen guten Blick auf die Stadt. Zudem fanden hier 1980 die Segelwettbewerbe der Moskauer Olympia statt, einige GebÀude werden genutzt, andere scheinen verlassen zu sein. Ich scheine wohl gerne ungewöhnliche CampingplÀtze aufzusuchen, dazu ein andern mal gerne mehr.

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Ungewöhnliche CampingplÀtze - meine Top 3

Nach dem Campingplatz am Yachthafen in Tallin (Bestandteil der olympischen Spiele) hier nun ein paar ungewöhnliche Orte, wo ich bereits auch schon ĂŒbernachtet habe :) Neben den vielen anderen schönen PlĂ€tzen an Seen, in den Bergen, zwischen Vulkanen :)

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Von SĂŒdfinnland nach Ostfinnland 27.07.-31.07.

Am 27.06. geht es frĂŒh los mit der FĂ€hre, um kurz nach 5 klingelt der Wecker, um kurz nach 6 stehe ich in der Schlange zur FĂ€hre und warte. Es regnet natĂŒrlich, was sonst. Los geht es dann um 7:30 Uhr und die Überfahrt dauert nur 2 Stunden. Dann bin ich schon in Helsinki. Diese Stadt lasse ich aus, da ich bereits zweimal dort war. Also heißt es heute fahrn, fahrn, fahrn auf der „Autobahn“. Wenn man die Stadt hinter sich lĂ€sst, dann fĂ€hrt man durch unzĂ€hlige WĂ€lder und an vielen Seen entlang. Ich fĂŒhle mich direkt im Land von Sauna, Grilli und JÀÀtelökioski wieder richtig heimisch. Nach ca. 380 km Fahrt reicht es mir dann und ich habe schon den besten Platz Finnlands entdeckt. Erst in diesem Monat eröffnet, die Besitzerin ist super nett und es gibt sogar eine Gitarre! Vom obligatorischen See und Sauna mal abgesehen, aber auf die Sauna, die es wirklich auf jedem Platz gibt, bin ich ja eh nicht wirklich scharf. Das verschweige ich mittlerweile, bevor ich mir wieder sĂ€mtliche Pro-Argumente anhören darf :)

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Über den Polarkreis 01.-03.08.

FrĂŒh morgens, wie könnte es auch anders sein, bin ich bereit fĂŒr das nĂ€chste Abenteuer. Am 01.08. heißt es noch ein wenig auf der Via Karelia zu fahren und jede Menge Rentiere zu sehen (mehr als 20 Tiere) Die sind wirklich ĂŒberall und sie sind Nutztiere der Samen. Man stelle sich vor, dass in lĂ€ndlichen Gebieten von Niedersachsen oder Schleswig-Holstein KĂŒhe oder Schweine ganz entspannt auf der Straße entlanglaufen.

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Pallas-YllÀs Nationalpark und Inari 04.08.-08.08.

Auf geht’s in meinen Lieblingsnationalpark Finnlands. Jedes Mal, wenn ich in Finnland war, bisher ist es das dritte Mal, dann war ich hier. Beim ersten Besuch musste ich dann wieder schnell nach Hause fahren, denn der Urlaub war bald vorbei. Nun habe ich Zeit den gesamten Park wiederzuentdecken. Am 04.08. ist es mit dem guten Wetter allerdings vorbei, nach dem Gewitter am vorherigen Tag sah es noch so schön und sonnig aus, aber der Abend war bereits verregnet. So fahre ich nach ÄkĂ€slompolo und mache an diesem Tag so ziemlich NICHTS, das heißt dann konkret einkaufen gehen, lesen, Ukulele spielen. Es hat sich zudem mĂ€chtig abgekĂŒhlt und die Temperaturen kommen heute nicht ĂŒber 10 Grad.

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Am Ende der Welt oder auf der Varanger Halbinsel 09.08.-13.08.

In den letzten Tagen hatte ich das GefĂŒhl, dass alle nur ein Ziel haben – das Nordkap. Seien es die drei Fahrradfahrer aus der Schweiz, die von Stockholm aus ans Nordkap fahren (irre!) oder die beiden Franzosen, die eine Fotosafari durch Europa, u.a. mit dem Ziel Nordkap unternehmen. Ich finde es immer wieder spannend auf meinen Touren interessante Leute kennenzulernen


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Kirkenes – Insel Magerþya – Alta 14.08.-20.08.

Kaum zu glauben, aber am 14.08. ist der Sommer zurĂŒck, in Kirkenes werden es heute 20 Grad. Fast schon ein bisschen zu warm dieser Temperatursprung, nein Quatsch :) Auf der Fahrt kann ich immer mal wieder auf die Varanger Halbinsel zurĂŒckblicken, warum sind die schönen Orte immer so weit weg?! Zudem fahre ich noch an spektakulĂ€ren Stromschnellen vorbei. Mittags sehe ich mir die Bunkeranlage an, die fĂŒr die Zivilbevölkerung errichtet wurde. In der gesamten Stadt und in der Umgebung gibt es einige Spuren des Krieges, sei es durch alte Flugzeugteile (hatte mich schon gefragt, weshalb ich auf Varanger teils verrosteten Stacheldraht entdeckt hatte) oder einige Bunker. In dem Bunker der Stadt sind es nur 4 Grad, also fast die Temperatur der vergangenen Tage. Der Guide ist Deutscher, komisch, habe in den letzten Tagen einige deutsche Auswanderer getroffen, die hier am Ende Norwegens arbeiten. HĂ€nge sonst noch meine Zeit ein wenig in der Stadt ab, denn viel zu entdecken gibt es hier nicht. Am spĂ€ten Nachmittag stehe ich dann „wild“ mit Ausblick ĂŒber der Stadt. FĂŒr einen Parkplatz am Hafen ohne Service bin ich nicht bereit 300 NOK zu bezahlen.

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In den Lyngen Alpen 21.08.-28.08.

Unglaublich, dass ich bereits seit Montag mehr oder weniger in Alta bin. Also so langsam heißt es, dass ich weiterfahren sollte. Den Alta Canyon lasse ich nun zum vierten Mal links liegen und fahre lieber in die Lyngen Alpen. Auch hier war ich schon einmal, empfand die Zeit mit 2 Wanderungen viel zu kurz, zudem ist das Gebiet um den Lyngen Fjord ziemlich groß. Auf der Fahrt kann ich bei bestem Wetter noch mal einen Blick zum Haldetoppen werfen. Es ist doch wirklich irre, wo man sich manchmal so hochschleppt :) Auf den 200 Kilometern nach Storstein könnte ich stĂ€ndig anhalten so schön und abwechslungsreich ist die Landschaft. Mir wĂŒrde nicht im Traum einfallen auf der Fahrt auf der A1 stĂ€ndig eine Pause einzulegen, um die Landschaft zu fotografieren. Hier wechselt sich ein Fjord nach dem nĂ€chsten ab und auch bei den Bergen kann man genau die Baumgrenze oder auch kleinere WasserfĂ€lle sehen. Die Berge werden immer höher und sehen immer spektakulĂ€rer aus. Zudem fahre ich heute bestimmt durch mehr als 30 Tunnel. ZunĂ€chst geht es mit der FĂ€hre auf die Insel ArnĂžya und da ich nicht den ganzen Tag faul rumsitzen kann, muss ich natĂŒrlich noch n Berg erklimmen. Immerhin geht es, wenn auch steil bergauf, angenehm auf einem Schotterweg auf den 850 Meter hohen Trolltinden (6,5 km ein Weg). Es sind heute 17 Grad, es kommt mir vor als wĂ€re der Sommer noch einmal ausgebrochen, auch wenn sich die Birken hier und da schon etwas fĂ€rben und das Fjell nun auch immer gelber wird. Auf der Tour begegne ich bestimmt 20 Rentieren, die mir gespannt beim Wandern zusehen. Eine wirklich schöne Tour, nach jeder Kurve gibt es einen neuen Ausblick ĂŒber weitere Berge und den Fjord. Irgendwann bin ich sogar ĂŒber den Wolken, da kommt mir natĂŒrlich Reinhard Meys Lied in den Sinn, meine Freiheit ist ja gerade auch grenzenlos :) In Ermangelung eines richtigen Campingplatzes auf der Insel bleibe ich einfach an meinem Fjord, hier ist eh Einbahnstraße und die umliegenden HĂ€user sind weit genug entfernt und ich störe hier niemanden. Ich habe direkten Blick zum Gipfel und auf den Fjord.

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Ein Wochenende in TromsĂž 28.-30.08.

Mittags nehme ich die FĂ€hre in Svensby. Der Verkehr in TromsĂž ĂŒberfordert mich ein wenig, doppelspurige Kreisverkehre bin ich schon lĂ€nger nicht mehr gefahren. Ich lasse den Sommer auch noch einmal zu, bei 17 Grad und Sonne kann man schon mal mit T-Shirt und kurzer Hose in die Stadt gehen. Gleichzeitig sehe ich genĂŒgend Leute, die schon Lust hatten, ihre Daunenjacke auszufĂŒhren. Ich gehe zielgerichtet durch die Stadt und vor allem zum FrisĂžr, da war ich ĂŒberfĂ€llig. ZunĂ€chst weiß ich nicht so, ob ich Mohammad vertrauen soll, da er hĂ€ufiger mal telefoniert und auch mir hat er einiges zu erzĂ€hlen (Verwandte in Deutschland, seine Campingleidenschaft etc.), aber an und fĂŒr sich bin ich ganz zufrieden und lasse den Abend dann auf dem Campingplatz ruhig ausklingen. Ich finde es etwas merkwĂŒrdig, dass es hier so hell ist, schließlich waren wir im Dezember/Januar bei Dunkelheit, Polarlichtern und sehr viel Schnee hier.

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Ruska im DreilÀndereck 31.08./01.09.

Auf der Fahrt von TromsĂž ins ca. 200 Kilometer entfernte KilpisjĂ€rvi, welches im DreilĂ€ndereck liegt, ist es bewölkt. Die Wolken hĂ€ngen ziemlich tief ĂŒber den Fjorden, was das Wetter doch sehr atmosphĂ€risch aussehen lĂ€sst. Es scheint ein wenig „unlogisch“ zu sein, dass ich nun wieder etwas zurĂŒckfahren muss, ging aber mit dem Fußballspiel nicht anders und finde ich auch nicht so tragisch. In KilpisjĂ€rvi angekommen stelle ich fest, dass es bereits eine Stunde spĂ€ter ist, an die Zeitverschiebung hatte ich nicht gedacht, aber ich muss mich erst stĂ€rken bevor es dann um high noon auf den Gipfel des Saanas geht (1029 m). Die Farben sind in dieser Region so vielfĂ€ltig und die Ruska ist in vollem Gange, so viel gelb, rot und orange habe ich noch nicht gesehen. Komisch, dass die WĂ€lder fast nur aus Birken bestehen und sie sich alle in einem unterschiedlichen Stadium befinden, einige sind sogar noch grĂŒn. Ich habe ganz gutes Wetter erwischt, denn die Sonne kommt sogar ein wenig raus. Auch auf den Saana gibt es kurzzeitig eine Treppe, davon bekomme ich echt langsam die Krise, ich merke meinen Körper nun immer mehr :) Bei der Besteigung dieses Berges hat man immer das GefĂŒhl, dass man gleich schon oben ist und dann ist der Gipfel noch lange nicht in Sicht! Da muss bzw. will ich ja irgendwie durch und werde immer wieder belohnt! Oben angekommen habe ich einen wahnsinnig tollen Rundumblick auf die schneebedeckten Berge Schwedens und die Farbenpracht von Finnland und Norwegen. Von dieser Tour bekomme ich natĂŒrlich nicht genug, sodass ich auch noch um den Berg gehe (schließlich hat das vor 3 oder 4 Jahren bereits auch funktioniert – denkste!). ZunĂ€chst habe ich eine gute Sicht auf das weite Fjell und begegne natĂŒrlich einigen Rentieren. Irgendwann wird die Tour zur Tortur, da ich mir vorkomme als wĂŒrde ich eine Wattwanderung machen, da der Weg so nass ist bzw. ich von Stein zu Stein springen muss. Zudem weist ein Schild darauf hin, dass der letzte Teil des Weges gesperrt ist – wieso kam der Hinweis nicht vorher? ZurĂŒck gehe ich bestimmt nicht mehr, schließlich warten vielleicht nur noch 4 Kilometer auf mich. Ich muss da also durch, im wahrsten Sinne des Wortes, klettere ĂŒber umgestĂŒrzte BĂ€ume, versuche den Weg zu finden, bei dem ich am wenigsten einsinke. Zweimal lege ich mich lang. Nach 16 Kilometern und 6 Stunden habe ich mir die Dusche aber auch wirklich verdient :)

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Auf der Insel Senja 02.-06.09.

PlĂ€ne sind da, um sie umzuschmeißen! So ist es auch am Mittwochmorgen, eigentlich hatte ich noch vor, 2 Tage in KilpisjĂ€rvi zu bleiben und zur norwegischen Goldahytta zu wandern, um dort zu ĂŒbernachten. Der Nebel hĂ€ngt so dicht ĂŒber dem Tal und ich warte fast 2 Stunden, es Ă€ndert sich nichts. Die Wettervorhersage verheißt die nĂ€chsten 2 Tage Nebel. Mein GefĂŒhl sagt mir „lass es“, der Weg soll um einiges anspruchsvoller sein als auf finnischer Seite (Flussquerungen und eher ĂŒber die Berge gehen) und mit meinem schweren Rucksack ist das dann nicht ganz so einfach. Es ist schade, aber auch in Ordnung so, ich will hier irgendwie nichts erzwingen. Also fahre ich unverrichteter Dinge wieder nach Norwegen, immerhin nicht so ganz, denn ich kaufe noch wie Richy Rich im finnischen Supermarkt ein (es gibt Gurken fĂŒr 1,70€ und nicht fĂŒr fast 4€ :)).

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Auf den VesterÄlen 07.-12.09.

Die VesterĂ„len bestehen je nach ZĂ€hlweise aus 4-6 Hauptinseln, sowie aus mehr als 1300 Inselchen. Bereits zum dritten Mal möchte ich diese schöne Inselgruppe entdecken, der Ansturm ist hier bei Weitem nicht so groß wie auf den Lofoten (gut fĂŒr mich). Am 07.09. fahre ich ca. eine Stunde zum FĂ€hranleger auf der Insel Senja. Auch auf dieser Fahrt muss ich natĂŒrlich einige Male anhalten, um auf spektakulĂ€re Berge und Fjorde zurĂŒckzublicken. Das geht mir natĂŒrlich auch auf der fast zweistĂŒndigen FĂ€hrfahrt so. Den ganzen Tag nur rumsitzen, das schaffe ich noch nicht, schließlich spielt das Wetter an und fĂŒr sich nachmittags noch mit, es ist nur bewölkt. Abends wird es hingegen ordentlich regnen und sogar stĂŒrmen. Also nutze ich doch meine Chance, um eine kurze Tour auf den 468 Meter hohen RĂžyken zu gehen. Der erste Teil des Weges besteht aus einer Schotterstraße, danach geht es sehr typisch durch das rotgefĂ€rbte Fjell, immer schön schrĂ€g am Berg entlang. Wenn ich mich umsehe, dann habe ich Senja noch gut im Blick, vor mir liegen die spitz zulaufenden Berge und auf dem Gipfel kann ich noch viel besser die weißen SandstrĂ€nde und das tĂŒrkisblaue Wasser sehen. Zudem gibt es viele kleine Inselchen, die man durchaus fĂŒr Wale halten könnte. Auf dem Gipfel pfeift ordentlich der Wind, sodass ich mich hier nicht lange aufhalte. FĂŒr den Weg von 4 Kilometern brauche ich 1 Stunde 40. An einem der SandstrĂ€nde ĂŒbernachte ich auch die nĂ€chsten beiden Tage, eine Schwimmprobe möchte ich bei 8 Grad Außentemperatur und aufkommenden Regen und Sturm so gar nicht machen :) Bevor ich ins Bett gehe, denke ich, dass das doch Polarlichter sein könnten?! Ähh, nee, da hatte ich mir wohl etwas eingebildet, was jetzt auch noch fehlen wĂŒrde :)

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Ein Abstecher nach BodĂž 13./14.09.

Es ist total unlogisch, dass ich von den VesterĂ„len direkt aufs Festland ĂŒbergesetzt bin, schließlich wĂ€re es viel sinnvoller gewesen zuerst weiter auf die Lofoten zu fahren, aber am Montag habe ich eine Karte fĂŒr BodĂž/Glimt und diese Gelegenheit kann ich mir natĂŒrlich nicht entgehen lassen. BodĂž ist bisher eher ein weißer Fleck auf meiner Reisekarte, ich bin 2022 nachts von hier auf die Lofoten ĂŒbergesetzt, das war`s. Da war der Ort ĂŒber Norwegen hinaus auch nicht wirklich bekannt, vielleicht nur den Experten. Langsam merke ich nicht nur an der Natur, dass der Sommer vorbei ist, auch die FĂ€hrzeiten sind stark eingeschrĂ€nkt. Mein eigentlicher Plan auf dem Festland erst wieder in den Norden zu fahren und eine andere FĂ€hre nach SvolvĂŠr zu nehmen, kann ich vergessen, denn die FĂ€hre hat Winterpause. Also muss ich nun von BodĂž die FĂ€hre auf die Lofoten hin und zurĂŒck nehmen.

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Auf den Lofoten 15.09.-20.09.

Schlafen in Etappen, keine 2 Stunden vor der FĂ€hre, auf der FĂ€hrĂŒberfahrt schaffe ich bestimmt nicht 3 Std. und im kleinen Ort Å vielleicht noch mal 2 Stunden - erholsam war das nicht. Den Ort gibt es auch auf Senja und er ist 100% der kĂŒrzeste der Welt :) Nach einem kleinen morgendlichen Spaziergang vor Ort, fahre ich erst an Reine vorbei. Hier ist morgens um 9 Uhr schon so viel los, dass ich hier auf gar keinen Fall lĂ€nger bleiben möchte. Wie gut, dass ich den Berg Reinebringen bereits 2022 bestiegen habe. Ich hĂ€tte keine Lust auf der Sherpatreppe im Stau zu stehen. So geht es fĂŒr mich einen Ort weiter auf den Tekopstetten, allerdings heute nicht auf den Gipfel. Der Weg besteht mal wieder aus sehr matschigen und sumpfigen Heidekrautfeldern und ziemlich vielen Felsen, die natĂŒrlich rutschig sind. Den ersten Teil bis zum See lasse ich mir noch gefallen und versuche immer weiter mein GlĂŒck, man weiß ja nie, was man noch sieht oder wie der Weg noch zu schaffen ist. Bestimmt wĂ€ren es noch 50 Meter zum Gipfel hochgegangen, mir ist die Nummer heute aber zu riskant, sodass ich mich am Ausblick auf die umliegenden Berge erfreue. Schon irre, dass auf den Lofoten sonst so viel los ist und hier habe ich gerade mal 3! andere Wanderer getroffen. Im Anschluss fahre ich noch an einigen schönen weißen SandstrĂ€nden vorbei, um natĂŒrlich an so einem schönen Ort zu ĂŒbernachten. Bis zum Nachmittag ist das Wetter ganz in Ordnung, es regnet nicht, bevor es dann mal wieder losgeht. Die Wellen werden auch immer grĂ¶ĂŸer. Es ist halt Herbst :)

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Von den Lofoten nach Trondheim 21.09.-27.09.

Um 5 Uhr stehe ich bereits auf, damit ich mich gut eine Stunde spĂ€ter in die Schlange zur FĂ€hre stellen kann. Wie viel GlĂŒck ich doch habe, denn ich bin das vorletzte Auto, was auf die FĂ€hre kommt. Die nĂ€chste wĂ€re erst abends um 20:30 Uhr gefahren. Zudem treffe ich den ersten Norweger der Bremen kennt, klar wegen Werder. Das hatte ich nicht erwartet, dass er sich mit deutschem Fußball auskennt Rune Bratseth und Wolfgang Overath wĂ€ren seine Lieblingsspieler gewesen. Nachdem ich drei Stunden auf der FĂ€hre lesend verbracht habe, fahre ich zum Saltstraumen, dem grĂ¶ĂŸten Mahlstrom der Welt! Unter der BrĂŒcke kann man das Wasser ganz schön in seinen Verwirbelungen sehen, aber mich haut das nicht so sehr vom Hocker, vielmehr ist es die Fahrt durch die herbstliche Landschaft. ZunĂ€chst noch an Fjorden vorbei, danach wechseln sich Berge und TĂ€ler, Sonne und Wolken ab und auch zeigt sich mal wieder ein Regenbogen. So viele Regenbögen wie auf dieser Reise habe ich schon lange nicht mehr gesehen :) In Storfjord an der E6 schlage ich dann auf dem „Campingplatz“ neben der Tankstelle mein Nachtlager auf, das gibt mir echte Truckervibes.

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Nationalparkhopping 27.09.-06.10.

In der NĂ€he von Oppdal fahre ich am Sonntag auf einen wunderschönen Campingplatz mit Badesee und Rundumblick auf die Berge, es gibt sogar die Möglichkeit in der NĂ€he zu einer kleinen Schlucht zu gehen, das machte ich am spĂ€ten Nachmittag natĂŒrlich noch. Die Betreiberin gab mir zudem noch ein paar Tipps fĂŒr meine Wanderung am nĂ€chsten Tag, denn fĂŒr die Mitte Norwegens bin ich immer ein wenig aufgeschmissen. Übrigens habe ich festgestellt, dass ich Mitbewohner habe, der untere Teil der Kofferraumklappe schimmelt, was sich mittlerweile alles fĂŒr Herausforderungen ergeben, wenn man lĂ€nger unterwegs ist. Abends fĂ€ngt es dann sogar noch an zu stĂŒrmen.

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Bergen 07.-09.10.

Das Wetter sieht am 07.10. gar nicht so verkehrt aus, immerhin kann ich sogar noch einige Gipfel meines gegenĂŒberliegenden Gletschers sehen. Meine angedachte Tour auf den Lihesten habe ich mir aus dem Kopf geschlagen, eine schwarze Tour nach dem Regen der letzten Tage ist einfach nicht machbar, mal davon abgesehen, dass ich ungerne schwarze Touren gehen, da diese entweder als superlang (alles um die bzw. ab 20 Kilometer) oder auch als ausgesetzt (Schwindelfreiheit unbedingt erwartet) oder nicht markiert ausgewiesen werden. So sitze ich heute fast 250 Kilometer im Auto, um nach Bergen zu kommen. Ich fahre an vielen WasserfĂ€llen vorbei und passiere unzĂ€hlige Tunnel, die sind teils so lang, dass man hier nicht wirklich feststecken möchte, sonst wĂŒrde sich ggfs. eine kleine Wanderung von zum Beispiel 8 Kilometern anschließen, um aus dem Tunnel wieder herauszukommen. Eine kleine Abwechslung bietet eine kurze FĂ€hrĂŒberfahrt, wĂ€hrend ich kurz danach einen Schlenker ĂŒber Dale einlege. Hier ist das Outlet einer berĂŒhmten Strickwarenfabrik. Die 50 Kilometer fĂŒhren mich ĂŒber Baustellen, durch weitere Tunnel und entlang einer einspurigen Straße. Ich brauche noch nicht einmal wandern zu gehen, bereits hier komme ich ins Schwitzen. Leider werde ich im Outlet nicht fĂŒndig und ich fahre nach Bergen. Wie praktisch, dass der Campingplatz in der NĂ€he von IKEA ist, sodass ich hier das MittagsmenĂŒ, leider nicht zum „Medlemspris“ genießen kann. An der Kasse bringe ich den Mitarbeiter zum Lachen als er nach meiner Mitgliederkarte fragt und ich entgegne, ob auch die aus Deutschland ausreicht. Immerhin bekomme ich auf dem Campingplatz einen Rabatt, weil ich den scheinbar auch beim letzten Mal hatte und so hetzte ich nachmittags nicht mehr in die 11 Kilometer entfernte Stadt, sondern vertreibe mir die Zeit vor meinem Norwegischkurs.

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Von der Haranger zum Gaustatoppen 10.10.-16.10.

Nachdem ich gestern frĂŒh den Sonnenaufgang sehen konnte, regnet es heute am 10.10. mal wieder in Strömen. Ich frage mich, wo der Sonnenschein bleibt, der fĂŒr heute angesagt ist. Im Auto kann es mir eigentlich auch egal sein. Heute geht es in die Hardanger Region, das einzig spektakulĂ€re auf der Fahrt ist, dass zwei Rehe die Straße queren. Kurz bevor ich mit der FĂ€hre nach Jondal ĂŒbersetze, tauchen die weißen Berge in der Ferne auf. Was fĂŒr ein Timing ich doch habe, denn die FĂ€hre kommt gleichzeitig mit mir an. Keine Ahnung, wann die nĂ€chste gefahren wĂ€re. Weiter geht es Richtung Folgefonna Gletscher, die Straße zum Gletscher ist allerdings gesperrt, aber ich muss auch vorher links abbiegen und der Weg gleicht mal wieder einer einspurigen Forststraße, wo man in Deutschland auf gar keinen Fall langfahren dĂŒrfte. Am Ziel angekommen kann ich mich erst gar nicht entscheiden, welchen Weg ich gehe (Berg oder See) und na klar nehme ich den schwierigeren Bergweg zum Jonstein (8,8 Kilometer mit 652 Höhenmetern fĂŒr mich). Bei 4 Grad, gefĂŒhlt sind es 2, stiefel ich den Berg hoch, der Weg windet sich in Serpentinen um den Berg. Auf einmal liegt Schnee auf dem Weg, das kann ja noch was werden und so ist es auch, als die Schotterstraße endet, wird der Weg doch um einiges schwieriger. Schnee, Matsch und Steine wechseln sich ab, bzw. sind natĂŒrlich zugleich zugegen. Als es kletteriger wird habe ich meinen persönlichen Gipfel erreicht, vielleicht wĂ€ren es noch 2 Kilometer gewesen, aber nicht fĂŒr mich. Im Nachgang schaue ich auf die Wetterapp und die hatte fĂŒr gestern 5-15 Zentimeter Schnee angekĂŒndigt. Also 5-10 Zentimeter lagen hier auf jeden Fall. Die Aussicht auf das Tal und die umliegenden schneebedeckten Berge reichen mir aber auch so aus. Ich fahre noch weiter nach Rosendal, vorbei am Bondusvatnet, dem Gletschersee, wo ich bereits zweimal wandern war, und sehe abends mal wieder einen ziemlich klaren Sternenhimmel.

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Dann doch nach Oslo 17./18.10.

Wie gesagt, Oslo stand nie wirklich auf meiner Reiseliste, es sei denn, ich hĂ€tte von hier aus die FĂ€hre nach Kiel genommen. Schließlich war ich bereits 2022 hier und habe das ĂŒbliche Touriprogramm mit vielen Museumsbesuchen absolviert. Nun konnte ich nicht lĂ€nger auf meine nĂ€chste Wandertour warten und hoffte mit dem Abstecher nach Oslo ein wenig gesund zu werden. Sowohl am Vorabend als auch an diesem Morgen sah ich hier in Austbygdi einen genialen Sternenhimmel, so viele Sterne und so klar hatte ich diesen auf dieser Reise noch nicht gesehen. Gut 160 Kilometer sind es noch bis Oslo, bei meiner Fahrt durch den frostig kalten Herbstwald kann ich noch einmal den weißen Gaustatoppen sehen. Bis Drammen ist alles ziemlich einsam und dann nur noch HĂ€user ohne Ende und ich bekomme ein wenig die Krise bei so viel Verkehr. ZunĂ€chst fahre ich zum Holmenkollen, das Skimuseum lasse ich dieses Mal aus und laufe nur ein wenig ĂŒber die Anlage. Hier wird natĂŒrlich wieder Sport getrieben, ob Joggen oder Skiroller fahren. Einige VerrĂŒckte nutzen die Zip Line, um sich von der Schanze zu stĂŒrzen. Die Sonne scheint und ich habe einen schönen Ausblick auf die Stadt. Mein Campingplatz ist nicht weit, aber ich mache mich auch dort schnell vom Acker, da ich natĂŒrlich in die Stadt will. Das dauert mit den Öffis dann doch wieder 45 Minuten. Auf der Oper, ja, in Oslo gleicht sie einem weißen Gletscher, den man begehen kann, schlendere ich zunĂ€chst umher und muss aufpassen nicht von den Möwen attackiert zu werden. Daher sieht der Gletscher auch mittlerweile gar nicht mehr so weiß aus. In der Innenstadt ist es total voll, klar Samstagnachmittag und im SĂŒden, also irgendwie alles ab Trondheim, scheinen die GeschĂ€fte sonntags nun eher geschlossen zu haben. Auch schaue ich noch beim Schloss (der König ist Zuhause) und Vigelandspark (hier gibt es viel nackte Haut bzw. Stein) vorbei, auch hier zeigt sich der Herbst in voller Pracht bevor es in den Stadtteil GrĂŒnerlĂžkka geht, eher normal und alternativ. Auf dem Straßenbahnplan habe ich ĂŒbrigens gesehen, dass es eine Haltestelle gibt, die GrĂžnland heißt, dafĂŒr gibt es in Bergen eine Haltestelle namens Florida, wo man ĂŒberall wohnen kann, ich sage nur Schwachhausen :) ZurĂŒck geht es in der DĂ€mmerung bzw. im Dunkeln, ist fĂŒr mich auch irgendwie frĂŒher, denn ich habe nur meine Sonnenbrille dabei. Ich sehe ein wenig aus wie Ray Charles, der die Straßenbahn benutzt.

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